Weltreise von Gerold Rahmann                                zurück zur Liste der Länder

 

2: Holland
Meine erste wirkliche Auslandsreise (abgesehen von einer Transit-Durchfahrt durch die DDR bzw. einen Tag in Ostberlin 1978) war 1979 Holland, das Land der Träume für freaks. Die Grenze war nur 70 km weg, Groningen als nächst gelegene Kifferstadt (Coffee shop) nur eine Autostunde. Meine erste Fahrt war mit Wolfgang, Hermann und Georg. Wolfgang hatte gerade seinen Führerschein und ein altes Auto. Wir wollten eine Rundreise machen. Die erste Nacht direkt nach Grenzübergang war auf einem Feld. Wir haben ein Zelt wild aufgestellt. Am morgen war die Überraschung nicht schlecht: wir hatten in einem Feld mit Hanf geschlafen (Futterhanf). Das war das heilige Land der Kiffer, wie in unseren Träumen (dabei sollte ich erwähnen, das kiffen zwar absolut üblich war, ich mich aber nicht als Kiffer bezeichnen würde, da es eher spannend als Mittel für Problemlösung zu verstehen war. Hier wurde in der Szene genau unterschieden.

Nachdem wir uns mit einigen Blättern eingedeckt hatten, sind wir auf den Weg nach Amsterdam gefahren. Hier war Ziel natürlich die Leidseplein und der Vondelpark, ebenfalls freak-zentrum. Wir sind natürlich gleich angesprochen worden auf Haschisch, was wir blauäugigen und nicht erfahrenen Deutschen natürlich gleich gekauft haben (viel zu teuer). Später - zurück in Deutschland - stellte sich heraus, das es Schuhkreme war. Hatten also Schuhkreme über die Grenze geschmuggelt. War nicht besonders heroisch gegenüber unseren Freunden zu Hause. 

Auf unserem ersten Auslandstrip ging natürlich das Auto kaputt (Lichtmaschine), wir haben uns aber durchgekämpft, schließlich waren wir ganz alleine im Ausland gewesen.

Da Holland so dicht bei Ostfriesland und Hannover lag, war ich Anfang der achtziger Jahren sehr häufig in Groningen, Amsterdam und anderen Städten. In Amsterdam kannten Barbara und ich die kraker-Szene ganz gut und hatten immer Unterkunft (sleep inn, Vondel-Kerk oder in anderen besetzten Häusern). War eine abgefahrene Zeit mit viel Abenteuer als Anarcho. Wir hatten kein Geld aber viel Zeit und wenig Probleme mit billigsten Unterkünften und Lebensumständen.

Nach der Hannover-Zeit wurden die Reisen nach Holland weniger. Erst 1990 bin ich mit Klaudia wieder einmal hingefahren. Wir hatten uns im Oktober eine Woche in ein Ferienhaus auf der Insel Schiermonikok eingemietet und das Bett voll ausgekostet. War sozusagen der Beginn unserer Kiste.

Mit Klaudis WG aus Ermschwert haben wir 1990 Weihnachten/Sylvester auf Ameland gefeiert. Ansonsten bin ich später mit Reisegruppen (z.B. mit einer Gruppe Australischer Farmer 1999) oder selber auf dem Weg zum Amsterdamer Flughafen Schiphol kurz dort gewesen. Ist eine schöne Stadt, aber um extra da hin zu fahren, reicht es doch nicht.

Freak Geri auf der Rückfahrt von Amsterdam 1980

 

2007 war ich drei Tage auf einer Konferenz (11. Internationale Bioland Geflügelkonferenz) in der Nähe von Aarhus in einem Hotel, dass sich in einem ehemaligen Sanatorium befand, schöne Anlage, gute Qualität. Diese etwas waldige Gegend ist landschaftlich schön, aber auch nicht gerade weltbewegend.

2011 auf der Rückreise von Südafrika einen Tag in Amsterdam.

2014 extra wegen einem Bild mit Klaudi über Frankreich, Luxemburg, Belgien nach Holland gefahren, um ein Bild für mein Fotobuch "World of Food and Farming" zu machen. Das ist dann in der Nähe von Venlo passiert. 2014 im Dezember noch einmal einen Tag in Holland in Wolvast, um Louis Bolk Vertreter zu treffen: Vorbereitung des geplanten Besuchs des Holländischen Königpaars in Trenthorst im März 2015.

2018 war ich 4 Tage in Friesland, mit IFOAM Worldboard, auf Exkusion auf Bio-Milchviehbetrieben und einer AVALON Organic Conference in Oosterwalde.