Weltreise von Gerold Rahmann                                zurück zur Liste der Länder

 

26: Thailand

1983 war ich mit Barbara und Sabine das erste Mal in Thailand. Wir wollten aus Deutschland abhauen und die Welt genießen. Damals war das Land praktisch touristisch noch nicht erschlossen. Wir sind in Bangkok gelandet, durch einen Slum in die Innenstadt zur Jugendherberge, erst einmal mit einem großen Teil unseres Reisebudgets (800 DM) beklaut worden ("ich kann ganz gut Geld für euch auf dem Schwarzmarkt tauschen!"-Trick). Mussten dann billig leben: Kantinenessen in der Uni, Schwarz Bus fahren. Das Wasserfest war mein erster Kulturschock. Den ganzen Tag mit Wasser nassgespritzt worden, wir wussten gar nicht wieso, kannten das Fest nicht. War genervt davon. Später hörten wir, dass das so was wie ein Neujahrsbrauch war, schämte mich über meine kulturelle Ignoranz. Das die vollen Straßen leer sein mussten, wenn der König Pommes essen ging, fand ich aus spannend. Diese Macht. Auf einem Geldschein treten, wo der König drauf ist, wurde mit Knast bestraft. Die Leute waren ansonsten alles sehr sehr freundlich, wenn mir auch auf den Keks ging, dass die nicht nein sagen konnten. Bei der fremden Sprache und Schrift war es nicht leicht, sich durchzufragen. Da wir mit unseren Euro-Checks in Bangkok kein Geld bekommen konnten, mussten wir nach Singapore, wo es gehen sollte (Deutsche Bank). Sind per Zug nach Malaysia. Nach der Geldtausch-Reise von 2 Monaten dann zurück in Thailand und erst einmal auf eine Insel Ko Samui, die damals nur mit einem Fischerboot erreichbar war und nur 4 Hütten für Gäste hatte (wie sieht es da heute aus, Massentourismus). Auf Phuket waren wir auch einige Wochen: Strandleben, gutes Essen und Hängematte. War nicht schlecht. Mich nervten bloß die Globetrotter, die als Weltverbesserer die Revolution predigten, sich aber eine Frau für ihre Hütte gönnten und sich das Gepäck von Opas vom Bus zur Hütte tragen ließen. Passte für mich nicht. Ich habe mir vorgenommen, meine eigenen Werte aus Deutschland Weltweit gelten zu lassen. Ich trage mein Gepäck selber, verhalte mich als Gast und beute niemanden aus. Auch will ich selber respektiert werden als einer anderen Kultur, der nicht mit Baströckchen auf tropischen Inseln rumhockt.

Das nächste Mal war ich 2005 in Thailand, diesmal nach Khon Kaen in den Nordosten, wo ich mit Prof. Köpke und Klaudi eine Einladung der DFG und der dortigen Uni hatte. Ich war beeindruckt über die gute Entwicklung des Landes. Auch der Tsunami nach Weihnachten war nicht mehr zu merken. Wir haben einen Öko-workshop gemacht, dann einige Ökobetriebe angeschaut, waren gut essen und sight seeing. Insgesamt zwei Wochen dort gewesen. Im gleichen Jahr war ich noch einmal in Khon Kaen. Prof. Meta hatte mich im November für einen Vortrag auf einer internationalen Konferenz zum Thema Animals - Land - Integration eingeladen. Waren nur Veterinäre und Tierproduzenten, ich durfte die Ökorolle spielen, was nicht schlecht war. Die Exkursion ging auf neue Betriebe mit Tierhaltung. Im Januar 2006 war ich innerhalb von 10 Monaten das dritte Mal in Thailand, dieses mal in Chiang Mai auf Einladung der Dünger-Forscher, wo ich und Hans-Marten Paulsen die Ökofraktion wieder vertreten durften. Mit Ewald Schnug eine tolle Exkursion vom Goldenen Dreieck (Mekong-Länderdreieck) zurück nach Bangkok gemacht. Thailand ist auch im Binnenland faszinierend.

2012 auf der 144. Auslandsreise für 6 Nächte in Bangkok, auf dem Durchmarsch nach Bhutan und Myanmar. Mit Klaudia, und mit Manfred Denich und Daniel Neuhoff die Ziet hier verbracht. War nicht besonders aufregend, aber seit 1983 hat sich hier in dem Land so viel getan, dass es nicht wiederzuerkennen ist. Alles modern, weltstadtmäßig.

2013 (Dezember) auf der IFOAM Tagung in Bangkok für 6 Tage. Mit Exkursion auf Ökobetriebe.

 

 

Mit Barbara und Sabine auf Phuket 1983: damals gab es praktisch keine Luxus-Buden zum übernachten.

Im Golden Dreieck im Norden von Thailand am Mekong 2006

Weitere Bilder