Weltreise von Gerold Rahmann                                zurück zur Liste der Länder

 

30: Indien

1986 war ich mit Suse in Indien und habe Roland und Siggi in Auroville, einem Ashram bei Pondycherry, besucht. Auf dem Weg dahin in Mysore, Bangalore, Bombay, Goa, Madras (Chennai) gewesen. Eine Rundtour in Südindien. Die meiste Zeit aber im Ashram, was ich sehr spannend fand, auch wenn ich persönlich nicht empfänglich bin für spirituelle Ideologie. Die Landwirtschaft hat mir Spaß gemacht und ich fand es klasse, welche Art von Häusern dort gebaut wurden. Kiffer waren en mass anwesend und viele Weltverbesserer, die eigentlich nicht unbedingt die winner in ihren Heimatkulturen waren. In den Billig-Hotels musste man immer aufpassen, dass nicht irgendwelche Drogen versteckt waren, die der Hotelmanager versteckt hatte um seine Gäste dann anzuzeigen und Prämien zu kassieren. Indien ist ein enorm schönes und vielfältiges Land. Suse fand die Armut sehr schlimm und hatte häufiger einen Nervenzusammenbruch. Der Nationalpark mit den Tigern und Elefanten in der Nähe von Mysore war eher ihr Geschmack. In Bombay haben wir ihre Freundin aus Deutschland besucht, die aus dieser Stadt stammt.

2015 das zweite Mal in Indien, dieses mal mit Klaudia. Von Sri Lanka nach Madurai geflogen, dort von Sundeep (Bio.-Dyn. India) abgeholt und nach Sivakar, zur School of Biodynamic Farming. Sehr nette Leute, gute Aufgaben. Alles sehr ländlich. Dann nach Auroville, 28 Jahre nach dem ersten Mal. Habe nicht viel wiedererkannt auf Auroville Orchard, Auroville MatriMandir (der Kuppel), war aber ein toller Aufenthalt für 10 Tage. Hätte auch Ayla gefallen. Im Sharnga guest house untergekommen, ein Hort des Erholens. Mit dem Fahrrad durch Auroville. Die Grenze zu Nicht-Auroville wird durch Müll immer noch markiert: viel Kulturaustausch zwischen den 1500 Nicht-Indischen Aurovillianern (300 Deutsche alleine) und den Tamilen findet nur auf Arbeitsebene statt. Beim Aufenthalt Lucas Dengel (Arzt, Bio-Dyn. India Vorsitzender, sehr nett) viel mit geredet. Auch die Sindakar-Vertreter waren gekommen, um Konzeptdiskussion mit mir zu machen. Gegenüber 1986 bin ich gereift, nun Welt-IFOAM board Mitglied, ISOFAR President, Herausgeber von Öko-Wissenschaftszeitschriften und Direktor Thünen. Auf einmal wird Mann wahrgenommen, was 1986 nicht der Fall war.

Aufgefallen ist mir, dass das Land noch dichter bevölkert ist als 1984 (700 Mio mehr), überall Müll liegt, die Kühe Klimawandel verursachen, obwohl sie als "retired cattle" nicht produzieren aber ja auch nicht geschlachtet werden können. Auroville (40 qkm) ist sehr Regenwald-mäßig geworden, und trägt deswegen wohl zum Grundwassermangel in der Region bei, weil das Regenwasser nicht für die vielen Bäume reicht. Der Schatten und die befeuchtete Luft in dieser semi-ariden Region ist aber sehr lebenswert, wenn dann wohl auch nicht für ewig (sustainable). Aber für die rund 1500 Nicht-Inder aus 42 Ländern aber angenehm, bis sie wieder nach Hause fahren, wo es dauerhaft sicherer und vielleicht im Alter auch angenehmer.

2017 das dritte Mal in Indien, diesesmal 8 Tage in Delhi, auf der 19th Organic World Congress, die ich mit organisiert habe. Dort war ich im schlimmsten Smog seit Messungen erfolgen, mit weit über 1000 microgramm/m3 Luft (Messgrenze). War froh, wieder nach Hause fliegen zu können und gute Luft zu haben.
 

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