Weltreise von Gerold Rahmann                                zurück zur Liste der Länder

 

38: Malawi

Ich habe 1989 eine Hospitation für die GTZ in Malawi gemacht. Als ich 1988 die Prüfung in Eschborn gemacht habe, boten sie mir verschiedene Länder an. Ich habe mich für Malawi entschieden, weil ich das Land gar nicht kannte, es in Afrika lag und ich auf der Karte erst einmal das Land suchen musste. Das war genau das, was ich wollte.

Als ich über Gabon nach Lilongwe eingeflogen war, wurde ich von Peter Stotz, dem Leiter des dortigen GTZ-Projektes MGLDP, vom Flughafen abgeholt und ich durfte mich erst einmal bei ihm aklimatisieren. Nach drei Tagen sind wir mit dem Landrover über Piste und mit meinem nagelneuen Motorrad (125 cm3) nach Mzuzu gefahren. Dort wurde ich der ADD vorgestellt, mit denen die GTZ und ihre Rinderzuchtstation Choma kooperierten. Ich bekam einen der Extension-Mitarbeiter - Mr. Gondwe - als Übersetzer. Hat viel Spaß mit ihm gemacht, auf rund 100 Betriebe in der Umgebung Mzuzu aufzusuchen und Daten über die Milchviehherde aufzunehmen. Ein sehr armes Land, aber psychologisch sehr reich. Wusste nicht, wer es besser hat: wir mit unserem Wohlstand, aber seelisch verarmt oder die Leute in den Dörfern.

Nach zwei Monaten haben mich Gundi und Michael besucht, mit denen ich nach Zimbabwe geflogen bin, weil wir in die Nationalparks wollten.

Nach dem Urlaub habe ich die Studie abgeschlossen, mich sehr tief in Excel eingearbeitet und bei Roland Burowka (einem Biologen, der für die GTZ über Biologische Bekämpfung von Maniok-Schildläusen mittels einer Schlupfwespe arbeitete) gewohnt. Dieses war praktischer als in den Dörfern, wo irgendwann auch nicht mehr alles so spannend ist. Als Abschied habe ich ein großes Fest in den Dörfern gesponsort: mit Grillen und Hirsebier. Michael war bis zum Schluss bei mir. Wir haben noch viel Spaß mit Motorrad-Touren in den Nyala-Nationalparks, Wanderungen in dem Lake-NasserMalawi-Nationalpark und bei Aktionen in Lilongwe und Nkata-Bay. Ich habe geweint, als ich wieder weg musste und dieses schöne und freundliche Land verlassen musste. Es war genau die Arbeit, die ich mochte.   Die betriebswirtschaftliche Diplomarbeit habe ich dann im Institut für rurale Entwicklung über diese Hospitation geschrieben. Sie hat mir die Türen für eine gleich anschließende Doktorarbeit über den Sudan verholfen. Die Arbeit habe ich im Sommer 1989 auf dem Heuboden auf der Alp Schlanz in der Schweiz geschrieben, ebenfalls genau der richtige Platz für so eine Arbeit. Morgens und abends Kühe treiben, tagsüber auf Heuballen mit einem Computer über Afrika nachdenken.

Weitere Bilder von Malawi

Eine der vier Dörfer in der Nähe von Mzuzu, Malawi, bei einem Fest von mir 1989Mein Dolmetscher und Freund Gondwe mit unseren Dienstfahrzeugen in Mzuzu 1989Gundi und Michael haben mich 1989 in Mzuzu besucht.