Weltreise von Gerold Rahmann                                zurück zur Liste der Länder

 

078: Usbekistan

2007 mit Klaudia für 6 Tage in Taschkent (Durchreise) und Samarkand (Agrar-Uni) für Forschungskooperation und LOGO e.V. (Studenten-Praktikanten-Auswahl) gewesen. Ich fand es erschreckend, wie wenig ich über diese Gegend, ihre Leute und Geschichte weiß. In der Schule haben wir höchstens was über Moskau gelernt, aber nichts über die kulturellen und landschaftliche Vielfalt des Sowjetreiches. War wohl Absicht der Bildungsplanung: Wenn der Feind ein Mensch mit Kultur und Gesicht wird, ist er nicht so leicht zu bekämpfen. Besonders Samarkand als ehemalige Hochburg an der Seidestraße kannte ich vorher nicht einmal vom Namen. Sie hat mich sehr beeindruckt. Besonders den Markt Railton, wo vor 400 Jahren neben Waren auch Wissen gehandelt wurde. Vor 600 Jahren lebte in dieser damals arabischen Stadt der berühmter Astronom und Stadthalter Ulugbek: hatte eigene Sternwarte und erstklassige Kalkulationen durchgeführt. Die Seidenstrasse hat nun ein Bild bekommen. Sehr multikulturell, wenn auch der Islam eine starke Rolle und Tradition hat. Andere Touristen haben wir die gesamte Zeit nicht gesehen.

Usbekistan hat mich sehr an die DDR in den 80er Jahren erinnert. Ladas, sauber aber sehr arm, grau, wenig westliche Elemente und Leute in schwarz-grau (Lederjacken). Das autokrate Neo-Sowjet-Regime ist noch deutlich zu erkennen. Unser Gastgeber waren sehr nett, auch die Studenten, die wir für ein Praktikum in DE geprüft haben. Ansonsten ist die Landwirtschaft auf Baumwolle ausgerichtet (30%). Für die Weidetiere gibt es nur die schmalen und ärmlichen Feldrändern. Das Land ist flach und die Dörfer sehr unattraktiv. Hier möchte ich noch nicht einmal Entwicklungsdienst machen. Alles triste.

Mit dem Zug von Taschkent nach Samarkand gefahren. Die Tickets kaufen ist fast ein Staatsakt, die Bahnhöfe aber sauber und neu und der Zug anständig (wie Flugzeug). Die Hotels waren eher mäßig, wenn auch billig. Auch das Essen hatte nicht viel zu bieten. Für Klaudia als Vegetarierin gab es meist nur Kartoffeln.